Madagaskar

Der Pangalaneskanal, Foto: Lothar Henke / pixelio.de

Nicht wenige Besucher und Kenner Madagaskars beurteilen die geologisch bedingte und relative räumliche Isolation der fast 590 000 km² großen Insel im Indischen Ozean als Fluch und Segen zugleich. Während es für viele der etwa gut 20 Millionen menschlichen Bewohner des gelegentlich „sechster Kontinent“ genannten Eilandes nicht immer einfach ist, in ihrer Heimat ein gutes Auskommen zu finden, verdankt zumindest die madagassische Flora und Fauna der abgeschiedenen Lage ihre weltweite Einzigartigkeit. So gibt es etwa nur auf Madagaskar die affenähnlichen und in 70 Untergruppen aufgeteilten Lemuren. Auch die Igel-artigen Tenreks, das kleinste Chamäleon der Welt und viele endemische Insektenarten sind lediglich auf Madagaskar anzutreffen. Da es zudem nur wenige heimische Raubtiere, keine Schlangen und Affen gibt, konnten sich die oben genannten Arten seit der Loslösung der Insel vor 60 Millionen Jahren von den kontinentalen Landmassen Afrikas und Indiens bis zur erst sehr spät einsetzenden menschlichen Besiedlung ab ca. 350 v. Chr. nahezu ungestört und -gefährdet entwickeln.

Obwohl aber der Schutz der singulären Umwelt sogar in der Verfassung des Landes verankert ist und es inselweit etwa 60 Schutzgebiete unter staatlicher wie privater Regie gibt- die Bekanntesten unter ihnen sind diejenigen

Lemuren

Erst mal schnuppern, Foto: Peter Reinäcker / pixelio.de

in und bei Andasibe, Ankarafantsika, Ankarana, Bemaraha, Isalo, Montagne d’Ambre und Ranomafana-, steht es z.B. um den einstmals flächendeckenden Regenwald nicht sehr gut. Nur noch in wenigen Regionen wie z.B. auf der Masoala-Halbinsel können Teile der heute gerade noch 4 Prozent Regenwald besichtigt werden. Von den insgesamt 12.000 bis 14.000 Pflanzenarten in Madagaskar sind  mehr als 85 Prozent endemisch, zu den häufigtsen gehören die vielen unterschiedlichen Orchideenarten, die Sukkulentflora der Trockengebiete, die Baobab-(Affenbrot-), Palmen-, Farn- und viele weitere Baumarten. Ebenfalls typisch für die Flora des Landes sind Wolfsmilchgewächse, Hülsenfrüchtler, Sapotengewächse, Schwarzmundgewächse, Schraubenbäume, Annonengewächse, Balsaminengewächse, Bambusgewächse und Winteraceae. Klassische Nutzpflanzen wie z.B. Kakao und Zuckerrohr werden im Sambirano-Becken im Nordwesten angebaut. Kaffee, Nelken und Vanille sind weitere wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse Madagaskars, diese Naturprodukte eignen sich natürlich auch gut als Reisesouvenir und Mitbringsel aus dem Urlaub.

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